Ägypten zwischen Krise und Nachfrage
Shownotes
Der Nahost-Krieg dämpft die Neubuchungen nach Ägypten zwar spürbar, doch die Urlauber kommen weiter, und die Hotels vor Ort sind gut gefüllt. Es wird allerdings deutlich kurzfristiger gebucht. Beim Brennpunkt-Talk "Ägypten und die Folgen der Nahost-Krise" auf fvw.de zeichneten drei Vertreter von Hotellerie, Veranstaltern und Vertrieb ein differenziertes Bild der Lage zwischen Verunsicherung und stabiler Nachfrage.

Im Alltag der touristischen Regionen Ägyptens ist demnach von der Krise nichts zu spüren. Jens Freise, Chief Commercial Officer bei Orascom Hotels Management, sagte: "Wir merken das in Ägypten nicht." Zwar habe die Regierung in Kairo auf mögliche Engpässe und gestiegene Energiepreise aufgrund der Sperrung der Straße von Hormus reagiert, etwa mit kürzeren Öffnungszeiten von Einkaufszentren.
Die Sparmaßnahmen betreffen allerdings – trotz anderslautender Berichte in der deutschen Presse – nicht die Urlaubsgebiete. In den ägyptischen Destinationen gebe es "keinerlei Einschränkungen innerhalb der Hotels und auch nicht bei der Infrastruktur außerhalb der Hotels". Das gelte auch für Restaurants.
Sebastian Wagner, Leiter der Abteilung für Ägypten, Marokko und Tunesien beim Veranstalter Dertour, bestätigte das: "Ich war gerade in Hurghada. Die ganzen Bars und Restaurants, alles ist offen." Auch Reisebüro-Inhaber Ronny Scherer vom Sonnenklar TV Reisebüro Aue und selbst Ägypten-Fan, berichtete: "Vor Ort funktioniert alles normal".
Die Buchungskurve reagiert dennoch. Nach starken Zuwächsen zu Jahresbeginn sei die Nachfrage mit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar deutlich zurückgegangen. Freise verwies auf zuvor sehr hohe Vorausbuchungsstände. "Wir lagen 20 Prozent über Vorjahr. Diese Kurve ist dann eingeknickt", sagte er.
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